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Pflegereport 2013

Der neu erschienene Pflegereport 2013 der Barmer GEK gibt neue Aufschlüsse über aktuelle Trends in der Pflegebranche

1. Reha vor Pflege
2. der Trend geht weiter zur ambulanten Betreuung
3. Pflege wird immer teurer
4. ungerechte Finanzierung

Der sechste Pflegereport wirft einen Blick in die Zukunft der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und hinterfragt in diesem Zuge die politischen Reformen. Dabei geben die umfangreich aufgearbeiteten Daten einen Einblick in die aktuelle Situation und in die Entwicklung der Pflegebranche. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema „Pflege und Rehabilitation“.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2050 von heute 2,5 Mio. um 80% auf ca. 4,5 Mio. steigen bei gleichzeitiger Abnahme des familiären Pflegepotentials. Die derzeitige Versorgungsdichte kann demnach nur aufrecht erhalten werden, wenn es eine überproportionale Zunahme an Pflegekräften gibt. Dafür sei eine „erhebliche Anstrengung“ notwendig. Dabei müsse betont werden, dass die Regionen ganz unterschiedlich von der Zunahme der Pflegebedürftigkeit betroffen sind. So beträgt die Zunahme in einigen Regionen 20% und in anderen über 100%.
Der bisherige Anstieg der Pflegebedürftigen resultiert ausschließlich auf der demografischen Entwicklung. Wenn also die Altersstruktur gleichmäßig wäre, gäbe es keinen Anstieg, denn die Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Alter pflegebedürftig zu werden, ist gleich geblieben.

Reha vor Pflege


Pflegekassen und Leistungsträger haben darauf hinzuwirken, „daß frühzeitig alle geeigneten Leistungen der Prävention, der Krankenbehandlung und zur medizinischen Rehabilitation eingeleitet werden, um den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu ver‐ meiden.“( § 5 SGB Abs. 1 SGB XI). Bevor jemand erstmalig Pflegebedürftig wird hat er zu 15 % im Vorjahr eine Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch genommen. Dies ist im Vergleich zu Nicht-Pflegebedürftigen fast um das vierfache höher. Ziel der Reha ist die Vermeidung oder Verzögerung der Pflegebedürftigkeit, was sich jedoch nicht durch Untersuchungsergebnisse bestätigen lässt.

Der Trend geht weiter zur ambulanten Betreuung


2012 wurden 22,9% der Pflegebedürftigen durch einen ambulanten Pflegedienst betreut. So viele, wie noch nie zuvor. Hingegen stagniert die stationäre Versorgung bei 28,8 %. Die Angst, dass Pflegeheime zu „Institutionen des Sterbens“ werden, da die pflegebedürftigen Menschen immer kränker und älter sind, kann dabei nicht bestätigt werden.

Pflege wird immer teurer


Die Pflegeversicherung deckt nicht den gesamten Bedarf, sondern zahlt lediglich Pauschalbeträge. So müssen Pflegebedürftige in vielen Fällen privat zuzahlen. Durch die unzureichende Leistungsdynamik steigen die Eigenanteile immer weiter an. So übersteigen die Eigenanteile im stationären Bereich in allen Pflegestufen die Pflegeversicherungsleistung deutlich. Das Entgelt für die stationäre Pflege setzt sich dabei aus Pflegekosten, Kosten für die Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zusammen. In 2011 lagen die durchschnittlichen Kosten für einen vollstationären Pflegetag bei Pflegestufe I bei 65,72 €. Inklusive der Investitionskosten und 30,4 Tagessätzen, kommt man auf einen Monatsbetrag von 2.845 €, in Pflegestufe III sogar auf 3.312 € pro Monat. Dabei belaufen sich die durchschnittlichen Eigenanteile bei Pflegestufe I auf 1.380 € und bei Pflegestufe III bis zu 1.802 €. Kann ein Pflegebedürftigen den Eigenanteil nicht leisten, muss beim Sozialhilfeträger Unterstützung beantragt werden. Hier gilt je höher die Pflegestufe desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Sozialhilfe in Anspruch genommen werden muss.

Ungerechte Finanzierung


Die Pflegeversicherung ist zweigeteilt in die Soziale und die Private. Durch die Risikoselektion der Privaten Pflegeversicherung wurde die Soziale Pflegeversicherung zunehmend benachteiligt. Hier musste der Pflegesatz erhöht werden, wohingegen dieser bei der Privaten gesenkt werden konnte. Dies liegt daran, dass die Versicherten in der Privaten Pflegeversicherung durchschnittlich ein höheres Einkommen haben und vermehrt Männer sind, die eine niedrigere Pflegehäufigkeit haben. So sind die Ausgaben pro Versicherten in der Sozialen Pflegeversicherung dreimal so hoch wie in der Privaten. Eine Lösung läge in einer Versicherung für alle oder einem Finanzausgleich zwischen der Privaten und der Sozialen Pflegeversicherung.
Insgesamt schlägt der BARMER GEK Pflegereport 2013 einen kritischen Ton gegenüber dem politischen Handeln an und zeigt im gleichen Zuge die dringende Notwendigkeit von Reformen im Bereich der Finanzierung und des Fachkräftemangels auf.

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